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Review von »Forced To Kill« bei METAL-DISTRICT.DE, 05.01.2012

Ui, ui, ui, wie martialisch. Freunde, ich meine, ja, Euer OLD SKULL HEAVY METAL ist in der Tat KILLERGEIL mit vernünftigen, sich rasch in die Seele des Headbangers einbrennenden Riffs und schönen, emotionsgeladenen, aber erdig verbliebenen Melodien im klassischen straighten Heavy Metal Gewand.

Ich finde auch, dass ich im deutschen Underground der letzten Jahre kaum eine Band erlebt habe, die den Heavy Metal der frühen 80er mit viel Überzeugungskraft und nur gerade genügend Pathos auf die Bühne bringt wie HEADLESS BEAST. Irgendwo kamen entweder der Gesang, das Zusammenspiel der Musiker, der Sound oder gar das Songwriting an sich zu kurz. Hier stimmt alles.

Der Sänger hat eine hellere, leicht rotzig freche Heavy Metal Stimme a la LIZZY BORDEN, Gitarrist und Bandleader Ingo spielt tolle, knackige Akkordfolgen mit Widerhaken in den packenden Strukturen und dazu melodiöse, allerdings brodelnd heiße Soli. Die Rhythmuscrew lässt es meist geradlinig angehen, kommt aber mit Schmackes auf den Punkt, egal ob bei treibenden, mittelschnellen oder stampfenden Songs.

Spielen können die Burschen auch, wobei sie lieber bei guten Songs bleiben, anstatt sich mit heillosem Instrumentalgewichse selbstdarstellerisch zu produzieren. Perfekt ist auch der Sound, perfekt für eine Heavy Metal Scheibe. Heavy, direkt und transparent, dabei stets lebendig mit viel Raum für den eigentlichen Song, damit der sich entsprechend entfalten kann.

Vagelis Maranis nennt sich der Knöpfchendreher für dieses Album, ein Mann mit einer guten Hand für traditionellen Metal, aber das sind wir von Griechen ja gewohnt, ich denke da nur an Chris Tsangarides, griechisch - britische Produzentenlegende der frühen 80er und nach wie vor aktiv im Metal - und Rockgeschehen. Also, auch hierfür die Daumen hoch.

Was geht noch? Das Cover? Es handelt sich um einen echten Markus Vesper, den Szenen mit dem kopflosen Reiter aus dem Film »Sleepy Hollow« nachempfunden. Und wieder ein Volltreffer. Ich sag es Euch, diese Platte 25 Jahre früher und der sogenannte Teutonenmetal wäre in der Tat bei der Presse gnädiger aufgenommen worden. Die Ausgewogenheit der Zutaten macht hier den außergewöhnlich guten Geschmack.

Wer sich der alten deutschen Metalschiene verschrieben fühlt und leichte britische und amerikanische Einflüsse zulassen mag, der liegt hiermit richtig. Bei solchen Songs wird mir als altem Banger doch ganz warm ums Herz. Trotz der perfekten Ausarbeitung von Songs, Cover und Sound ist das hier mit soviel emotionaler Wärme, Leidenschaft und metallischer Urkraft gesegnet, dass jeder echte Metalhead sich vor Wonne und Verzückung gleich einem Aal winden wird, wenn ihn die knalligen Hymnen in einen wahren Lustrausch versetzen. Frau und hervorragend!

Note: 9 / 10

Sir Lord Doom

Quelle: www.metal-district.de - Headless Beast - Forced To Kill

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