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Review von »Forced to Kill« bei metalmessage.de, 18.07.2011

Ach, wie schmerzlich selten ist er doch geworden: Stampfender und markanter teutonischer Heavy Metal in erdig tradierter Reinkultur. Heutzutage nennen ihn einige auch ganz gerne True Metal. Aber genau diesen heftig anstachelnden und betont traditionellen Power-Sound bieten euch diese vier aufrecht entflammten Idealisten aus der bekannten Domstadt Ulm. Ihr aktuelles Debütalbum »Forced To Kill« spiegelt viel Erfahrung und mindestens doppelt so viel Leidenschaft für das Genre an sich wieder. Eine wirklich reife Leistung. Es ist doch immer wieder erstaunlich, welche verführerische Fülle an bekräftigender aber gleichfalls genussvoller Schwermetallmusik die zutiefst trendfreien Seelen mancher Geschöpfe dieser Welt zu kreieren imstande sind.

Allein schon das herrlich klischeehafte und kultig illustrierte Album-Frontcover vom Bremer Nachwuchskünstler Markus Vesper führt hier glücklicherweise auf genau die richtige Fährte. So soll, so muss es sein! Enthalten sind auf »Forced To Kill« zwölf urwüchsige Kraftstahl-Symphonien der puren Hingabe, allesamt kernig produziert von Reglerdreher Vagelis Maranis, welcher sich bislang auch beispielsweise den Werken von Suicidal Angels als auch Winter’s Verge annahm. Wer nach wie vor auf Bands wie beispielsweise Grave Digger, Accept, Attack, Running Wild, Iron Maiden, Manowar, Saxon und Judas Priest zu ihren Frühzeiten abfährt, der ist hier richtig. Und wer es gerne saftig melodisch besorgt bekommt, der muss hier ganz einfach seine Ohren ganz weit aufsperren und Headless Beast die verdiente Chance zuteil werden lassen! Zudem offenbaren die eingängigen Songs der hungrigen süddeutschen Eisenbeißer eine nicht geringe Heavy Rock-Schlagseite à la Victory oder Sinner, welche sich in flüssig treibenden und oftmals barsch pumpenden Passagen vermittelt.

Überhaupt, »Forced To Kill« verpasst all den ewigen Lästerzungen eine kräftige und anhaltende Maulsperre, welche schon seit längerer Zeit eine sich laut ihrer Aussage »im Sterben befindliche Szene« betrauern. Dass dies jedoch noch lange nicht der Fall ist, zeigt das aktuelle Werk der spielfreudigen Ulmer Taktknechte deutlich auf: Beweist die talentierte Band unter ihrem Gesangsmann Jürgen auf diesem notenvollen Debüt doch ihren Hang zu überdimensional erscheinenden Rhythmuskonstrukten mit riesengroß angelegter triumphaler Komponente. Und Headless Beast haben tiefe innigliche Freude an ihren Songs, das ist deutlich zu hören. So weist »Forced To Kill« einerseits eine vernünftige, also nicht überzogene Gesamthärte und andererseits recht angenehm kontrastierende, ausgedehnte vollmelodische Momente sehnsüchtiger Entrücktheit auf, was sich als hervorragende Taktik erweist.

Das Ulmer Metal-Kommando hat die Loyalität zum Metier innerhalb seiner Kompositionen ohnehin bewusst ganz weit vorangetrieben, um damit ein Höchstmaß an unverbrauchter Emotionalität darzustellen. Alles noch gespickt mit betörendem Abwechslungsreichtum und feinster Gitarrenarbeit von einnehmender Akustik. Auf dem Gebiet des anspruchsvollen neuzeitlichen Heavy Metal kann dem erbaulich geradlinigen und gleichfalls spürbar sehr inspirierten Quartett so schnell also keiner etwas vormachen. Diese auf weiten Strecken verdammt gut überzeugende Prachtscheibe kreuzt zudem mit einem sehr sehenswert gestaltetem 16seitigen Booklet auf, welches auch alle – überraschend lesenswerten – Songtexte enthält.

Note: 8 / 10

Markus Eck

Quelle: www.metalmessage.de – Headless Beast – Forced To Kill

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